Der WTO Mitarbeiter Philipp Stüdle erhielt für seine herausragenden Leistungen bei der Industriemeisterprüfung einen Preis

Lahr, März 2020
14 Absolventinnen und Absolventen der Industriemeisterschule der Fachrichtung Metall an der Gewerblichen Schule Lahr erhielten kürzlich ihren Meisterbrief aus den Händen von Sonja Weber. Der Schulleiter der Gewerblichen Schule Lahr, Bernd Wiedmann, gratulierte Philipp Stüdle für seine hervorragenden Leistungen während der Schulzeit und bei der IHK-Meisterprüfung und ehrte ihn mit einem Preis.

 

Philipp Stüdle, der seine Ausbildung bei WTO absolviert hatte, begann nach einigen Facharbeiterjahren bei WTO mit der Meisterschule und ist jetzt als Teamleiter für einen Prototyp für die geplante Smart-Factory bei WTO beschäftigt.

 

Gastredner Michael Bechmann, Vorsitzender des Industriemeisterverbands Mittelbaden und Leiter der Materialwirtschaft beim Ohlsbacher Unternehmen WTO, ging in seiner Ansprache auf die große Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern und die hervorragenden Berufsaussichten der frischgebackenen Industriemeister ein. „Die Gewerbliche Schule Lahr versorgt die regionalen Unternehmen seit vielen Jahren mit bestens qualifizierten Meistern, dafür ein ganz herzliches Dankeschön“, so Bechmann.

Es gratulierten Sonja Weber von der IHK Südlicher Oberrhein, der Schulleiter der Gewerblichen Schule Lahr, Bernd Wiedmann, Michael Bechmann als Vertreter der Industriemeistervereinigung Mittelbaden und Klassenlehrer Steffen Loth (von links).

Bildquelle: Gewerbliche Schule Lahr

Der WTO Auszubildende, Tino Möschle, belegt 1. Platz im Jugend-forscht-Regionalwettbewerb

 

Die Ausbildung zum Industriemechaniker bei WTO beinhaltet auch das „Schnuppern“ und Kennenlernen von unterschiedlichen Bereichen im Unternehmen. Bei seinem Praktikum in der Endmontage von WTO kam Tino Möschle die Idee, dass ein Roboter die Facharbeiter entlasten könnte, indem er ihnen einfache und wiederholende Tätigkeiten, wie z. B. das Verschrauben von Bauteilen, abnehmen könnte.

Industrieroboter werden bisher in der Großserienmontage erfolgreich eingesetzt. Der Zeitaufwand für die Programmierung eines Roboters ist aber relativ hoch, so dass ein Montageroboter für die überwiegend kleinen Losgrößen und hohen Variantenvielfalt der angetriebenen Werkzeughalter bei WTO nicht wirtschaftlich einsetzbar wäre.

Tino Möschle suchte nach einer Lösung, wie man einem Industrieroboter schnell „beibringen“ könnte, kleine Losgrößen und eine hohe Variantenvielfalt zu beherrschen. 

Tino Möschle entwickelte einen Versuchsaufbau bestehend aus Roboter und neuester optischer Sensortechnik. Basierend auf der vorhandenen Robotersoftware, programmierte er eine Software, welche durch spezialisierte Funktionen die Nutzung der Sensortechnik eine schnellere und einfachere Programmierung des Roboters ermöglicht. Als zu bewältigende Aufgabe wählte er eine typische Montagetätigkeit: das Verschrauben. Die Schrauben werden dazu mit einem SICK-Sensor eingelernt, der Roboter greift die Schraube, bringt diese in die richtige Position und verschraubt diese. Mit der Standardsoftware des Roboters dauert das Programmieren und Einrichten des Roboters auf eine neue Verschraubung 15 Minuten – mit der speziellen Software von Tino Möschle werden nur 3 Minuten benötigt. Die von Tino Möschle entwickelte Software verkürzt und vereinfacht deutlich die Programmierung und Einrichten von Industrierobotern für Montageprozesse und ermöglicht dadurch den wirtschaftlichen Einsatz auch bei kleinen Losgrößen und hoher Variantenvielfalt.

Schnell war dem Juror und Laudator, Prof. Dr.-Ing. Manfred Schlatter, klar, dass „dieses Projekt ein sehr großes Potential hat“, und er würdigte „die sehr ausführliche Bearbeitung“. Begeistert gratulierte er Tino Möschle zum 1. Platz im Fachgebiet Arbeitswelt und damit zur Teilnahme am Landeswettbewerb in Stuttgart im März.

Im Fazit erfreulich, dass zukünftig kompetente Facharbeiter, dank der Unterstützung eines Industrieroboters, von monotonen Montagetätigkeiten entlastet werden können, um sich qualifizierteren Aufgaben widmen zu können und zusätzlich neue Arbeitsplätze für die Programmierung und Wartung des Roboters entstehen.

 

 

Eckdaten:

- Tino Möschle, 19 Jahre, Ausbildung bei WTO zum Industriemechaniker mit Abschluss im Februar 2020
- Thema Jugend forscht: „Clevere Unterstützung durch Roboter mit Erweiterungssoftware – Entlastung Montagarbeiter“
- Projektbetreuer:
  - Harald Armbruster, Ausbildungsleiter WTO GmbH
  - Nils Schmedes, Hans-Peter Möschle,
    Schülerforschungszentrum Gengenbach
- Bereitstellung des Sensors:
  SICK AG, Waldkirch
- Bereitstellung der CAD-Software Solidworks:
  Berufsschule Wolfach
- „Jugend forscht 2020“ Regionalwettbewerb Südbaden am 6.+7.02.20 in der Messe Freiburg
- 92 Projekte eingereichte Projekte

Bildquelle: SICK AG (links)